„Land unter“ bei den VIPERS

Barbara Inderbitzin Damen 1

Die Rollenverteilung war ziemlich klar: Die 2.Ligistinnen der VIPERS traten in der heimischen Rubiswilhalle als „Underdogs“ gegen die höherklassigen Muotathalerinnen an. Trotz des schmalen Kaders wusste sich das Team unter Lukas Abegg in diesem interessanten Kantonsderby lange Zeit zu wehren.

Sie kam aus den Startlöchern, wie keine andere: Adriana Wey markierte nach nur sechs Sekunden, dass die VIPERS durchaus fähig zu einer Überraschung sind! Fast 14 Minuten lag das Heimteam schliesslich in Führung und brachte seine Gegnerinnen mächtig ins Schwitzen. Bis zur ersten Drittelspause konnten diese den Hals mit einem Zweitoreabstand wieder ein Stück weit aus der Schlinge ziehen. Es schien aber bis dahin, als seien die Gäste mit angezogener Handbremse unterwegs – Chance um Chance wurde verspielt oder von emsigen Verteidigerinnen der VIPERS geblockt. Auch das Spieldiktat, das man eigentlich von den Favoritinnen erwartet hätte, konnten sie bis dahin noch nicht wirklich an sich reissen.
Am nötigen Willen mangelte es den Gastgeberinnen auch im Mitteldrittel nicht. Denn obwohl die eigenen wenigen Kräfte möglichst lange geschont sein wollten, liessen sie ihre Gegnerinnen einige Male stehen. Es wurde jedoch immer klarer, dass man dem Druck, sich während 60 Minuten gegen das breite Kader der Muotathalerinnen zu wehren, nicht lückenlos standhalten konnte. Ein Ausraster in den Reihen der VIPERS zog glücklicherweise keine Schäden in Form von Gegentoren nach sich; legte aber schwere Gewichte um die Fesseln der Gastgeberinnen. Fast schon ein Wunder, dass sie sich gegen Ende des zweiten Drittels noch einmal so aufbäumen konnten: Einerseits nutzte Captain Nicole Bünter ihre Chance und wusste geschickt zu verkürzen, andererseits gelang es den Gwerder-Schwestern und Adriana Wey, ein zugesprochenes Powerplay in ein Tor umzumünzen. Tür und Tor in Richtung Sensation standen also mit einem zwischenzeitlichen 4:7-Rückstand weiterhin offen!

Ende Feuer

Die VIPERS konnten sich lange über Wasser halten. Ab der 43. Spielminute aber gingen sie kläglich unter. Innerhalb von fünf Minuten kassierten sie ebensoviele Tore und bis zum Ende des letzten Drittels waren es dann sogar mehr, als in den beiden vorhergehenden Dritteln. Selber gelang nur noch ein Treffer – „Ende Feuer“ für die VIPERS also. Der Wille und der Anspruch, möglichst einfaches und gelingsicheres Unihockey zu spielen, wichen der Müdigkeit – nicht nur physisch, sondern vor allem auch psychisch. Ab hier gelang es den Favoritinnen dann augenscheinlich, selber über das Spiel zu bestimmen und die VIPERS abschliessend in die Schranken zu weisen.

Vorausschauen

Trotz dieser unnötig hohen Niederlage: Das spärliche VIPERS-Kader darf sich, verdient durch eine bemerkenswerte Teamleistung, viel Wille und Einsatz dennoch ein Kränzchen winden. Und: Sarah Zimmermann, mit gerademal etwas mehr als zwei Monaten Unihockeyerfahrung, hat ihre Feuertaufe im VIPERS-Gespann bravourös bestanden! Es geht nun so weiter, wie schon in den letzten paar Jahren, in denen die Damen der VIPERS keinen einzigen Erfolg im Cup auf ihr Konto verbuchen konnten: Der Fokus wird auf eine gute Meisterschaftsvorbereitung gelegt.