Vipers bezahlen Lehrgeld

Stefan Fassbind Herren 2

Die zweite Mannschaft musste sich beim ersten Saisonspiel in der neu formierten 3. Liga gegen den UHC R. Grabs-Werdenburg mit 6:9 geschlagen geben. Die Vipers müssen sich dabei an der eigenen Nase nehmen, haben sie sich doch insbesondere in den rabenschwarzen ersten 5 Spielminuten die Eier gleich selber reihenweise ins eigene Nest gelegt.

Die Ungewissheit in den Reihen der Vipers war vor dem ersten Spiel der Saison durchaus spürbar. Dies war jedoch auch verständlich, haben die Ballvirtuosen der zweiten Mannschaft in dieser Saison infolge der Ligareform von Swissunihockey gegen gänzlich unbekannte Gegner anzutreten. Infolge Einführung der 4. Liga Grossfeld mussten letztes Jahr nämlich nicht weniger als 6 von 10 Teams (!!) der Vipers-Gruppe den Gang in die neue 4. (Grümpel-) Liga antreten. Gottlob gehören die Vipers zwar nicht zu diesem erlesenen Kreis, aber diese Umstrukturierung hat nun zur Folge, dass die zweite Mannschaft in der Ostgruppe gegen absolut unbekannte Teams, wie eben in der ersten Meisterschaftsrunde gegen Grabs Werdenburg, antreten wird. Dies kann gleichzeitig Fluch und Segen sein. Einerseits haben die Vipers überhaupt keine Ahnung über das spielerische Niveau und der Spielart der neuen Gegner, andererseits gilt das auch für die Gegner der Vipers. So wissen die neuen Gegner beispielsweise noch nichts von den Sprintfähigkeiten von Captain Kistler und Unihockeyfloh Resel Schuler, den technischen Finessen vom trainingsfleissigen Hipster Luca Zurfluh und Doktor Dave Schilter oder den knallharten Defensivqualitäten der Abwehrtitanen Sascha Schuler und Stefan Föhn.

Ganz schwache Startphase

In den ersten Minuten des Spiels war von diesen Qualitäten indes überhaupt rein gar nichts zu sehen und die Vipers-Defensive glich einem aufgescheuchten Hühnerhaufen. Dämliche Abspielfehler hier, schlechte Zuteilung und schlechtes Defensivverhalten da, schon stand 4:1 für den Gegner. Gespielt waren noch nicht einmal 5 Minuten. Torhüter Risi war wirklich nicht zu beneiden, flogen ihm die löchrigen Bälle aufgrund der löchrigen Abwehr doch gleich reihenweise um die Ohren. Risi war angesichts der präzisen Geschosse der Gegner der Gelackmeierte, bei sämtlichen Gegentoren jedoch machtlos. Immerhin konnten sich die Talkessler im Verlauf des ersten Drittels zumindest ein bisschen steigern und durch eine Co-Produktion der Gebrüder Zurfluh, welche die zweite Mannschaft an diesem Spieltag aufgrund diversen Abwesenheiten unterstützten (an dieser Stelle möchten wir einen herzlichen Gruss an den langzeitabwesenden Abwehrgeneral Carrrrli Carletti nach Südamerika ausrichten), immerhin auf 2:4 verkürzen. Und da die Spiele in der 3. Liga neuerdings 60 Minuten dauern (statt nur 40 wie bisher), blieb auch noch mehr als Genug Zeit, um die selbst auferlegte Hypothek noch aufzuholen.

Uneinholbarer Rückstand

Wer nun aber auf die grosse Wende im 2. Drittel hoffte, wurde enttäuscht. Noch immer bekundeten die Vipers grosse Mühe mit dem Forechecking der Gegner und blieben dementsprechend fehleranfällig in der Angriffsauslösung. Und leider konnten die brandgefährlichen Schüsse aus der zweiten Reihe auch im zweiten Drittel nicht verhindert werden. Somit lagen die Talkessler trotz eines Treffers von Luca Zurfluh kurz nach Spielhälfte bereits mit 3:7 im Hintertreffen. 20 Sekunden vor Drittelsende zauberte dann Spielertrainer Rickenbacher mit seinem Tor zum 4:7 wieder etwas Hoffnung in die Gesichter der Vipers. Ganze 8 Sekunden lang. Danach stellten sich die Vipers zum wiederholten Male ungeschickt an und kassierten doch tatsächlich 12 Sekunden vor der Drittelssirene einen weiteren Treffer zum 4:8. Somit mussten die Vipers das letzte Drittel mit einer Hypothek von 4 Toren in Angriff nehmen. Sie versuchten das Unmögliche mit einer 2 Linien-Strategie und mit einem Torhüterwechsel (Gschwind übernahm den Platz im Tor für das letzte Drittel) möglich zu machen. Tatsächlich konnten die Talkessler das letzte Drittel dann dank einer Kombination der Zwergenfraktion Luca Zurfluh / Resel Schuler und dem Treffer von Kistler mit 2:1 Toren für sich entscheiden. Wirklich gefährlich wurde es für Grabs-Werdenburg im letzten Drittel jedoch nicht mehr. Dies lag einerseits an der relativ souveränen Spielweise des Gegners, andererseits vermochten sich die Vipers jedoch auch nicht in den benötigten Rausch zu spielen, den es für eine solche Aufholjagd benötigt. Somit blieben die Erinnerungen von Kistler und Lindauer an den Ausgang die einzigen Rauscherscheinungen des Wochenendes. Auf sportlicher Ebene waren die Vipers den Grabs(ch)ern jedoch unterlegen. Dies nicht nur im Unihockey, sondern auch im Hornussen, wie die wandelnde Herren 2-Legende „Laser Sash“ Schuler nach einem hohen Stock eines Gegenspielers mit astreinem Ausschwingen in Hornusser-Manier treffend feststellte.

Was bleibt nun nach diesem durchaus ernüchternden Sonntag für die zweite Mannschaft? Einerseits die Gewissheit, dass in spielerischer Hinsicht zwar noch viel Arbeit auf die Spieler wartet, Punkte bei weniger Eigenfehlern jedoch absolut in Reichweite liegen. Andererseits das feine Cordon Bleu / Rehpfeffer im Bauch, welches wir anschliessend im Restaurant Johannisburg geniessen durften.


Telegramm
Vipers InnerSchwyz – UHC R. Grabs-Werdenberg 6:9 (2:4/ 2:4/ 2:1)
3. Liga Grossfeld, Gruppe 6 / 1. Runde vom 25.09.2016
MZH Schwarz, Rüti ZH, 4 Zuschauer
SR: C. Weber / M. Schmid
Tore: 2:05 Grabs 0:1, 2:34 Grabs 0:2, 2:44 Rickenbacher (A. Schuler) 1:2, 4:05 Grabs 1:3, 4:38 Grabs 1:4, 8. C. Zurfluh (S. Zurfluh) 2:4, 24. Grabs 2:5, 25. L. Zurfluh (S. Schuler) 3:5, 30. Grabs 3:6, 33. Grabs 3:7, 39:40 Rickenbacher (Kopecky) 4:7, 39:48 Grabs 4:8, 42. L. Zurfluh (A. Schuler) 5:8, 53. Grabs 5:9, 54. Kistler (Schilter) 6:9
Strafen: Vipers keine / Grabs keine
Aufstellung Vipers: Risi (ab 40. Gschwind); Blattmann, Fassbind, Föhn, Kistler, Kopecky, Rickenbacher, Schilter, Schuler A., Schuler S., Vokinger, von Euw, Zurfluh L., Zurfluh C., Zurfluh S.
Bemerkungen: Vipers ohne Bünter, Carletti, Gwerder, Lindauer, Steiner