Punktgewinn nach spektakulärer Aufholjagd

Stefan Fassbind Herren 2

Die zweite Mannschaft der Vipers verliert das 12. Meisterschaftsspiel gegen den UHC Wetzikon mit 8:9 nach Verlängerung. Die Talkessler bewiesen in diesem Spiel viel Moral und kämpften sich nach einem zwischenzeitlichen 1:6-Rückstand zurück in die Partie.

Der Wettergott meinte es nicht gut mit den Vipers. Durch die Verschiebung der Männerabfahrt an der Ski-WM auf den Sonntag fanden beide Abfahrten just zum Zeitpunkt des Meisterschaftsspiels der Talkessler gegen den UHC Wetzikon statt. Dennoch konnte das Zwei die Reise ins Glarnerland mit 3 kompletten Blöcken antreten.

Aufgrund der heiklen Tabellenlage (nur 3 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz) waren die Vipers natürlich bestrebt, gut in dieses wichtige Spiel zu starten. Doch dieses Vorhaben ging gründlich in die Hose, nach nicht einmal 9 Zeigerumdrehungen lagen sie bereits mit 0:3 im Hintertreffen. Die gegnerische Nummer 6, welche nicht direkt mit Athletik, dafür umso mehr mit Technik und Spielintelligenz überzeugte, erzielte einen lupenreinen Hattrick. Auch der 1:3-Anschlusstreffer von Kistler vermochte die trägen Innerschwyzer nicht wachzurütteln, Wetzikon erhöhte noch vor der ersten Drittelspause auf 5:1. Ein feuchtfröhlicher Teamausflug nach St. Moritz wäre definitiv interessanter und produktiver gewesen als dieses erste Drittel.

Wende im 2. Drittel

Dem Trainergespann Bünter/Rickenbacher war klar, dass man mit einer solchen Leistung und Einstellung kein Blumentopf gewinnen würde, weshalb sie auf zwei Linien umstellten. Zu Beginn fruchtete aber leider auch diese Umstellung nicht. Trotz spielerisch verbesserter Leistung erhöhte Wetzikon gar auf 6:1. Nun waren die Talkessler aber in ihrem Stolz gekränkt und drehten mit der Wut im Bauch so richtig auf. Zwischen der 28. und 33. spielte sich das „rote Ballett“ richtiggehend in einen (ausnahmsweise komplett alkoholfreien) Rausch und konnten dem verdutzten Gegner durch Bünter, Carletti, Rickenbacher und Herren 1-Verstärkung Lüönd 4 Eier ins Nest legen und auf 5:6 verkürzen. Anschliessend normalisierte sich das Geschehen wieder ein wenig und es fielen keine weiteren Tore mehr im Mitteldrittel.

Carletti-Show geht weiter

Das Momentum lag nun trotz Rückstand klar auf Seiten der Vipers. Und tatsächlich konnte Schilter die Partie bereits in der 1. Spielminute des letzten Drittels ausgleichen. Leider Gottes beantworteten die Wetziker diesen Ausgleich jedoch postwendend mit der erneuten Führung. Doch die Vipers steckten den Kopf weiterhin nicht in den Sand und konnten durch einen Laser von Laser-Sash Schuler erneut ausgleichen. Nach einem ärgerlichen Gegentor zum 7:8 für Wetzikon standen die Vipers 3 Minuten vor Spielende erneut mit dem Rücken zur Wand. Doch es hätte nicht zu diesem Spiel gepasst, wenn die Talkessler nicht auch auf diese prekäre Situation eine Antwort bereitgehalten hätten. Luca Zurfluh behielt lediglich eine halbe Minute später im Getümmel vor dem Tor den Durchblick und glich die Partie erneut aus. Die massgeschneiderte Vorlage zu diesem Tor kam von nicht nur aufgrund seiner Grösse überragenden Raphi Carletti, welcher an diesem Tag nicht weniger als 4 Skorerpunkte (1 Tor, 3 Assists) verbuchen konnte. Angesichts seines Speeds und seiner Dynamik im Stile eines Speed-Spezialisten und seiner filigranen Technik, welche stark an die Technik-Spezialisten im Skizirkus erinnert, verleihen wir dem stürmenden Verteidiger aus diesem Grund die Goldmedaillen in der Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom. Da sich Carrrrrrrli ausnahmsweise auch gegenüber den Unparteiischen schadlos hielt, bewies er zudem echte Allrounder-Qualitäten, welche mit dem Kombinationssieg belohnt werden. Ach ja, die reguläre Spielzeit endete übrigens 8:8.

Somit bestritt das Zwei erstmals eine Verlängerung um den Zusatzpunkt. Nach weniger als zwei Minuten war diese Verlängerung dann leider auch schon wieder zu Ende. Nach einem Freistoss stimmte die Zuordnung in der Hintermannschaft der Vipers nicht, dies wurde von den Wetzikern eiskalt mit dem 9:8-Siegtreffer bestraft.

Nach dieser tollen Aufholjagd der Vipers war diese Niederlage nach Verlängerung im ersten Augenblick sicherlich eine grosse Enttäuschung für die Innerschwyzer. Allerdings haben sie nach dem deutlichen Rückstand eine super Moral bewiesen und sich immerhin einen Punkt erkämpft. Dieser Punktgewinn kann in der Schlussabrechnung gegen den Abstieg Gold wert sein. Da die FB Riders ihr Punktekonto nicht aufstocken konnten und nun 4 Punkte hinter den Vipers liegen, können sich die Innerschwyzer somit in der nächsten Partie mit einem Sieg gegen Meilen den Ligaerhalt sichern.

Telegramm
Vipers InnerSchwyz – UHC S-G Wetzikon II 8:9 n.V. (1:5/4:1/3:2/0:1)
3. Liga Grossfeld, Gruppe 6 / 12. Runde vom 12.02.2017
Sporthalle Schwanden, Schwanden GL, 18 Zuschauer
SR: J. Riner, S. Schanz
Tore: 2. Wetzikon 0:1, 4. Wetzikon 0:2, 8. Wetzikon 0:3, 13. Kistler (Schilter) 1:3, 17:31 Wetzikon (Ausschluss Vipers) 1:4, 17:42 Wetzikon 1:5, 26. Wetzikon 1:6, 28. Bünter 2:6, 29. Carletti 3:6, 31. Rickenbacher (Carletti) 4:6, 33. Lüönd (Zurfluh) 5:6, 41. Schilter (Fassbind) 6:6, 42. Wetzikon 6:7, 49. S. Schuler (Carletti) 7:7, 57:10 Wetzikon 7:8, 57.44 Zurfluh (Carletti) 8:8, 62. Wetzikon 8:9
Strafen: Vipers 2mal 2Min. / Wetzikon keine
Aufstellung Vipers: Risi; Bünter A., Carletti, Fassbind, Föhn, Gwerder, Kistler, Lindauer, Lüönd, Rickenbacher, Schilter, Schuler A, Schuler S., Steiner, von Euw. Zurfluh L
Bemerkungen: Vipers ohne Gschwind; Kopecky, Vokinger.