Chilbibuebe mit Kantersieg

Stefan Fassbind Herren 2

Die zweite Mannschaft der Vipers konnte im zweiten Meisterschaftsspiel der neuen Saison den ersten Sieg einfahren. Unihockey Collina d’Oro wurde gleich mit einer 9:2-Packung zurück ins Tessin geschickt. Damit zeigten die Chilbibuebe eine eindrückliche Reaktion auf die ungenügende Darbietung im ersten Spiel.

Am Vorabend des Spiels stand die Schwyzer Chilbi auf dem Programm. Wenig überraschend konnten zahlreiche Akteure dieser Versuchung nicht widerstehen, wie seriös die Matchvorbereitung also ausfiel, kann sich jeder wohl selber vorstellen. Björn Ziegler, ebenfalls noch ein wenig von den festlichen Aktivitäten gezeichnet, musste mit Schrecken feststellen, dass er sich mit seiner Heimkunft um 4.30 Uhr höchstens im biederen Durchschnitt befand. Aber glücklicherweise fand das Spiel erst um 14.30 Uhr statt, ansonsten hätte sich die Mannschaft wohl in einer noch schlechteren Verfassung präsentiert.

Guter Start in die Partie

Als das Spiel angepfiffen wurde, war dann aber mit Amacher erstaunlicherweise ein eingefleischter Chilbiliebhaber als erster hellwach, er eröffnete bereits in der 1. Spielminute das Skore. In der Folge hatten die Talkessler das Spiel weitestgehend im Griff und konnten durch Ziegler die Führung auf 2:0 ausbauen. Die vier angereisten Vipers-Ultras trauten ihren Augen kaum, dass ausgerechnet „Adonis“ den Ball kaltblütig in die Maschen beförderte. Leider erzielte jedoch auch der Gegner im ersten Drittel noch einen Treffer, somit stand es bei der ersten Sirene 2:1 für die Vipers.

Es wäre also gefährlich gewesen, sich auf diesem knappen Vorsprung auszuruhen. Dieser Problematik war sich auch Dave Schilter bewusst, weshalb er das Spielgerät in der 25. Minute mit chirurgischer Präzision zum 3:1 im Tor versenkte. In der Folge vergaben die Vipers einige vielversprechende Möglichkeiten, unter anderem scheiterte Schilter mit seinem Penalty am gegnerischen Torhüter. Die Talkessler konnten sich aber auch ihrerseits auf ihren starken Schlussmann Pädi Gschwind verlassen, welcher seine starke Form trotz längerer Trainingsabwesenheit und China-Abenteuer anscheinend problemlos konservieren konnte.

Schützenfest zum Schluss

Im letzten Drittel versuchten die Gegner aus dem Tessin den Rückstand mit einem aggressiveren Forechecking wettzumachen, allerdings liessen sich die Vipers dadurch nicht verunsichern. Im Gegenteil: Sie nutzen die sich ihnen nun bietenden Freiräume erstaunlich clever aus und konnten durch einen Doppelschlag von Kistler und von Czeko-Star Kopecky vorentscheidend auf 5:1 davonziehen. Besonders erwähnenswert ist hierbei der Assist von Torhüter Gschwind, welcher Goalgetter Kistler den Ball mit einer perfekten asiatischen Wurftechnik mustergültig auflegte. Man merkte, dass die Mannschaft mit jeder Minute etwas mehr Alkohol herausschwitzte und sich somit kontinuierlich verbessern konnte. Und in den letzten 6 Minuten zündeten die Mannen von Spielertrainer Bünter ein regelrechtes Offensivfeuerwerk: Durch die Treffer von Christian Zurfluh, Kistler, Bünter und Ziegler stand es kurz vor Schluss 9:1. Verständlich, dass nun ein Stängeli ernsthaft thematisiert und die Defensive dementsprechend etwas vernachlässigt worde, wodurch die Gegner ihren zweiten Treffer erzielen konnten. Doch die Chance aufs Stängeli bestand weiter: Schilter tauchte in den letzten Sekunden alleine vor dem gegnerischen Torhüter auf und konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Klarer Fall, Penalty nach 59 Minuten und 59 Sekunden! Fassbind beugte sich dem Druck der Mannschaft und der Zuschauer und stellte sich dieser Herausforderung, scheiterte mit seinem Versuch aber (wenig überraschend) am gegnerischen Torhüter. Dies war zugleich auch der Schlusspunkt einer durchaus unterhaltsamen und für die Vipers sehr erfolgreichen Partie.

Dass die Vipers ihr Spiel nach der Schwyzer Chilbi gleich mit 9:2 gewinnen würden, hätten sie wohl selber nicht gedacht. Da sie sich aber in der Defensive bedeutend weniger Aussetzer leisteten als in der ersten Partie und in der Offensive einige schöne Tore herausspielten, war der erste Saisonsieg selten in Gefahr. Somit ist es gleich doppelt schade, dass die Chilbizeit nun bereits wieder vorbei ist…

Telegramm
Vipers InneSchwyz – Unihockey Collina d’Oro 9:2 (2:1/ 1:0/ 6:1)
3. Liga Grossfeld, Gruppe 3 / 2. Runde vom 08.10.2017
Feldli, Altdorf, 12 Zuschauer
SR: R. Stutz / A. Stutz
Tore: 1. Amacher (Fassbind) 1:0, 11. Ziegler (Kistler) 2:0, 12. Collina 2:1, 25. Schilter (Amacher) 3:1, 47. Kistler (Gschwind!) 4:1, 48. Kopecky (Rickenbacher) 5:1, 54. Zurfluh C. (Schilter) 6:1, 55. Kistler (Vokinger) 7:1, 59. Bünter (Amacher) 8:1, 59:13 Ziegler (Kistler) 9:1, 59:39 Collina 9:2
Strafen: Vipers 2mal 2 Min. / Collina 2mal 2 Min.
Aufstellung Vipers: Gschwind; Amacher, Bünter, Carletti, Fassbind, Föhn, Kistler, Kopecky, Lindauer, Purtschert, Rickenbacher, Schilter, Schuler, Vokinger, von Euw, Ziegler, Zurfluh C.
Bemerkungen: Vipers ohne Risi; Gwerder, Steiner, Zurfluh L.; Vipers verschiessen 2 Penaltys (Zeit 30:47 / 59:59)