Lieber jagend als gejagt

Barbara Inderbitzin Damen 1

Wo das Glück sich in der letzten Meisterschaftsrunde quasi über die Damen der VIPERS ergossen hatte, mussten sie in dieser 5. Runde untendurch – das Kontingent an Glück war wohl aufgebraucht. Die viertplatzierten Wild Goose warteten als letzte Vorrundengegnerinnen in den Startblöcken und waren topmotiviert. Ebenso angestachelt waren die fünftplatzierten Gegnerinnen aus Eschenbach, den VIPERS Punkte abzuluchsen. Die beiden Teams waren definitiv mit dem besseren Bein aufgestanden, als die VIPERS.

 

Unglücklicher Ausgang

Eine zeigte von Anfang an, dass sie mit Haut und Haaren voll bei der Sache war: Karin Appert im Tor entschärfte eine Torchance nach der anderen! Bis in die neunte Minute ging das gut, doch dann schlug der Toreblitz der wadenbeisserischen Eschenbacherinnen ein erstes Mal ein. Noch einmal gleichlang hielten sich die VIPERS verteidigungsmässig gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, wie viele Chancen ihrer Widersacherinnen sie zunichte machen konnten. Ärgerlich nur, dass man die wertvollen Kräfte ausschliesslich für die anstrengende Defensivarbeit hergeben musste. So blieben die eigenen Chancen auf Torerfolge auf der Strecke, was sich im Pausenresultat eindeutig zeigte. Die zwei Tore Rückstand liessen sie aber nicht auf sich sitzen – Priska Bischof und Tamara Gwerder erwischten die gegnerische Torhüterin eiskalt; einmal in der nahen Ecke und das andere Mal im 4:3-Überzahlspiel, das Coach Abegg vor Ablauf der letzten beiden Spielminuten aufgleiste. In der allerletzten Minute lösten sich jegliche Hoffnungen auf den einen ersehnten Punkt – nach diesem Spiessrutenlauf – in Luft auf, als Eschenbach den Führungstreffer einschob.

 

Wenigstens ein Zähler

Gegen die vollends unbekannten Wild Goose mussten die VIPERS erst vier Tore fressen, bevor es erneut Priska Bischof und Tamara Gwerder waren, die in der 12. Minute endlich den ersten Treffer machen konnten. Dennoch hinkten sie ständig hintennach. Das zugesprochene Überzahlspiel schien in der 22. Minute den Knopf zu lösen: Die VIPERS liessen die Gelegenheit zwar aus, den Strafstoss direkt zu verwerten, konnten dann aber im sackstarken Powerplay zeigen, wie man punktgenaue Tore schiesst. Von da an hatten sie augenscheinlich Blut geleckt und kämpften sich bis zu einem 6:6 heran. In der 37. Minute gelang Priska Bischof gar der Führungstreffer! Zittrig wie sie waren, liessen sie eine Gegnerin aus den Augen – und die klaute saufrech den hart erkämpfen zweiten Punkt mit einem Schnellschuss in die nahe Ecke. Mit einem mehr als ärgerlichen 7:7 ging die Partie zu Ende. Die VIPERS ärgerten sich ein erstes Mal in dieser Saison grün und blau. Denn nun war klar, dass sie ihren Platz auf dem Thron wieder hergeben mussten.

Es scheint, dass den VIPERS die Rolle der Jagenden besser liegt, als die der Gejagten. Fakt ist aber – und das ist tröstlich: Mit einem dezimierten Kader, sonst schon angeschlagenen Spielerinnen und dem schwierigen Drumherum ist ein Punkt besser als gar nichts. Und mit dem dritten Platz sind sie nicht „ab vom Schuss“: Nur ein Punkt sind sie im Hintertreffen. Und weil sie lieber jagen, ist der sicher schnell wieder eingeholt!

 

Die sechste Meisterschaftsrunde werden die Damen schon im neuen Jahr, nämlich am 7. Januar 2018, bestreiten. Im Sportzentrum Schachen in Bonstetten treffen sie auf den STV Spreitenbach und erhalten die Chance zur Revanche gegen die Gegnerinnen aus Wil-Gansingen.

 


Telegramm 1

Vipers InnerSchwyz – ESV Eschenbach 2:3 (0:2)
2. Liga Kleinfeld, Gruppe 3 / 5. Runde vom 10.12.2017
Sporthalle Gipf-Oberfrick
Tore: 9. ESV Eschenbach 0:1. 18. ESV Eschenbach 0:2. 30. Bischof 1:2. 39. T. Gwerder (Bischof) 2:2. 40. ESV Eschenbach 2:3.
Strafen: Vipers keine Strafminuten / ESV Eschenbach keine Strafminuten
Aufstellung Vipers:
Karin Appert (Barbara Inderbitzin); Tamara Gwerder, Corina Gwerder, Priska Bischof; Maria Flühler, Andrea Fässler, Lana Kopp; Melinda Inderbitzin
Bemerkungen: Vipers ohne Nicole Bünter (Pause), Adriana Wey (abwesend)

 

Telegramm 2

Vipers InnerSchwyz – Wild Goose Wil-Gansingen 7:7 (2:5)
2. Liga Kleinfeld, Gruppe 3 / 5. Runde vom 10.12.2017
Sporthalle Gipf-Oberfrick
Tore: 1. Wild Goose Wil-Gansingen 0:1. 4. Wild Goose Wil-Gansingen 0:2. 7. Wild Goose Wil-Gansingen 0:3. 12. Wild Goose Wil-Gansingen 0:4. 12. T. Gwerder (Bischof) 1:4. 16. Bischof 2:4. 19. Wild Goose Wil-Gansingen 2:5. 22. Bischof (T. Gwerder) 3:5. 23. Wild Goose Wil-Gansingen 3:6. 27. T. Gwerder (C. Gwerder) 4:6. 29. Bischof 5:6. 32. T. Gwerder (C. Gwerder) 6:6. 37. Bischof 7:6. 39. Wild Goose Wil-Gansingen 7:7.
Strafen: Vipers keine 2 Minuten / Wild Goose Wil-Gansingen 2 Mal 2 Minuten
Aufstellung Vipers: Barbara Inderbitzin (Karin Appert); Tamara Gwerder, Corina Gwerder, Priska Bischof; Maria Flühler, Andrea Fässler, Lana Kopp; Melinda Inderbitzin
Bemerkungen: Vipers ohne Nicole Bünter (Pause), Adriana Wey (abwesend)