Aufholjagd wird belohnt

Stefan Fassbind Herren 2

Das «Zwei» der Vipers konnte in der 8. Meisterschaftsrunde ihren Tessiner-Hattrick komplettieren und Unihockey Collina d’Oro nach einem 0:4-Rückstand noch mit 5:4 nach Penaltyschiessen besiegen. Somit beenden die Talkessler das Unihockeyjahr 2017 auf dem sehr zufriedenstellenden 2. Platz.

Die zweite Reise innert Wochenfrist ins Tessin konnte die Mannschaft aufgrund einiger Abwesenheiten nur mit 13 Feldspielern antreten, die Mannschaft war aber dennoch zuversichtlich, den dritten Vollerfolg in Serie verbuchen zu können. Denn zum Einen verzichteten die Akteure ausnahmsweise auf den vorabendlichen Fletztornado und zum Anderen konnte Spielertrainer Bünter nach einer Wunderheilung auch wieder auf die Dienste des Wiedergenesenen Märtel Gwerder zählen. Somit kamen die Insassen des Märtelmobils auf dem Weg ins Tessin Erzählungen zufolge in den Genuss von besinnlichen und dennoch lüpfigen Weihnachtsklängen.

Start komplett verschlafen

Bis kurz vor Spielbeginn lief der Gegner aus dem Tessin mit modisch gewagten gelben Chlaus-Kappen auf, welche sie zu Spielbeginn aber doch noch ablegten. Leider verhielten sich in den Startminuten aber dann die Vipers auf dem Spielfeld wie „Chläuse“, sie machten bei Spielbeginn alles andere als eine gute Falle. Offensiv präsentierten sie sich ziemlich harmlos und defensiv standen sie mehrmals ziemlich im Schilf. Da sich der Gegner äusserst kaltschnäuzig präsentierte und die verfrühten Weihnachtsgeschenke dankend annahm, stand es nach 10 Minuten bereits 0:3 aus Sicht der Vipers. Bis zum Drittelsende fing sich die Mannschaft dann endlich ein wenig, konnte aber keinen Treffer erzielen.

Leider konnte die Leistung der Talkessler das Herz von Spielertrainer Bünter auch im zweiten Drittel nicht wirklich erwärmen, dafür wären wohl einige Gläser Glühwein nötig gewesen. Zu allem Übel musste nach einer ungenügenden Zuteilung bei einem gegnerischen Freistoss sogar der vierte Gegentreffer hingenommen werden. Grund genug, um bereits bei Spielmitte ein Timeout zu beziehen und auf 2 Linien umzustellen. Wie bereits im ersten Drittel konnten sich die Innerschwyzer gegen Ende des Drittels zumindest ein bisschen steigern, aber weil Remo Steiner den Lieblingssatz von Pädi Gschwind („spatzig iiiiiiibaue“) nicht beherzigte und den Ball stattdessen an den Pfosten nagelte, lagen die Vipers nach 40 Spielminuten ziemlich hoffnungslos mit 0:4 im Hintertreffen.

Grosse Moral gezeigt

Im letzten Drittel war nun eine spektakuläre Aufholjagd nötig, um noch zu Punkten zu gelangen. Und der Start ins Schlussdrittel gelang den Vipers optimal: Captain Kistler konnte bereits in der 1. Spielminute des Schlussdrittels den ersten Treffer für die Vipers erzielten. In Spielminute 48 trat dann Ziegler zum ersten Mal in Erscheinung: Aufgrund der ungewohnt seriösen Matchvorbereitung und der überraschenden Verbannung auf die Ersatzbank im zweiten Drittel spielte „Adonis“ für einmal mit einer gehörigen Portion Wut statt Alkohol im Bauch auf und erzielte im Powerplay den wichtigen Anschlusstreffer zum 2:4. Nun waren die Vipers endgültig „on Fire“ und konnten durch Schilter gar auf 3:4 verkürzen. In der Folge konnten sich die Vipers gegen immer nervös werdende Tessiner weiter Chancen herausspielen, mussten bei zwei Unterzahlsituationen ihrerseits jedoch auch heikle Situationen überstehen, wobei sie sich aber auf Goalielegende Risi verlassen konnte. Und 3 Minuten vor der Schlusssirene war es dann tatsächlich so weit: Wieder stand Ziegler, welcher sich in dieser Saison immer mehr zum Goalgetter mausert, goldrichtig und netzte zum umjubelten Ausgleichstreffer ein.

Einen Punkt hatten die Vipers durch diese tolle Willensleistung nun bereits auf sicher, über den Zusatzpunkt musste nun die Overtime entscheiden. In der Verlängerung wollten beide Teams aber nicht mehr alles auf eine Karte setzen, weshalb in den 10 Minuten kein weiterer Treffer fiel. In diesem Penaltyschiessen bewiesen die Innerschwyzer dann Nerven aus Stahl: Mit Gwerder, Kopecky und Rickenbacher verwerteten die ersten 3 Schützen der  Vipers ihre Penaltys, die Tessiner hingegen konnten Risi nur einmal überwinden. Als vierter Schütze scheiterte Kistler mit seinem Versuch zwar, aber auch der vierte Schütze des Gegners scheiterte an Lukas «the Wall» Risi. Somit hatten die Vipers den Zusatzpunkt auf sicher.

Durch diesen Sieg überholen die Vipers in der Tabelle die Chillers, welche in dieser Runde spielfrei hatten, und rücken auf den tollen 2. Rang vor. Somit können die Talkessler die Feiertage in vollen Zügen und mit gutem Gewissen geniessen. Spätestens beim Teamevent am 23. Dezember ist dann klar: «Der Hahn muss laufen!»

Telegramm

Vipers InnerSchwyz – Unihockey Collina d’Oro 5:4n.P. (0:3/ 0:1/ 4:0/0:0)
3. Liga Grossfeld, Gruppe 3 / 8. Runde vom 17.12.2017
Caserma, Losone, 7 Zuschauer
SR: D. Rivera, L. Allevi
Tore: 2. Collina 0:1, 9. Collina 0:2, 10. Collina 0:3, 29. Collina 0:4, 41. Kistler (Schilter) 1:4, 48. Ziegler (Rickenbacher) 2:4, 49. Schilter (Steiner) 3:4, 57. Ziegler (Rickenbacher) 4:4
Strafen: Vipers 3x 2min / Collina 4x 2min
Aufstellung Vipers: Risi; Bünter, Carletti, Fassbind, Gwerder, Kistler, Kopecky, Lindauer, Rickenbacher, Schilter, Schuler, Steiner, Vokinger, Ziegler.
Bemerkungen: Vipers ohne Gschwind; Amacher, Föhn, Purtschert, von Euw, Zurfluh C., Zurfluh L.
(Penaltischiessen: Gwerder tifft, Collina verschiesst, Kopecky trifft, Risi hält, Rickenbacher trifft, Collina trifft, Kistler verschiesst, Risi hält; 3:1 für Vipers)