Sonntag der Superlative fürs Zwei

Stefan Fassbind Herren 2, Spielberichte

Die zweite Mannschaft der Vipers spielt sich im Duell gegen den Tabellennachbar aus Oberägeri in einen regelrechten Rausch und gewinnt die Partie mehr als diskussionslos mit 15:1. Dieses Offensivspektakel der Talkessler stellte den später folgenden und ziemlich mauen Super Bowl (wie bereits im letzten Matchbericht prognostiziert) definitiv in den Schatten.

Eine Anspielzeit um 10 Uhr morgens am Sonntag ist per se schon relativ ungünstig. Wenn am Vorabend noch fasnächtliche Aktivitäten auf dem Veranstaltungskalender stehen ist dies noch etwas ungünstiger. Doch zum guten Glück musste für das Morgartenderby gegen die Oberägeri Chillers immerhin keine weite Anreise unter die Räder genommen werden. Weit gefehlt! Weil die Partien in der 3. Liga im Turniermodus ausgetragen werden, fand das Spiel der beiden zentralschweizer Mannschaften in Bellinzona statt, was ziemlich genau dem Worst Case entspricht. Doch die mit viel Bauernschläue gesegneten Takessler hatten auch auf diese logistische Herausforderung eine passende Lösung bereit: Autoliebhaber Lindauer chauffierte die Mannschaft in einem Büssli gekonnt ins Tessin, womit 1. keine Restalkoholiker hinters Steuer sitzen mussten und 2. ebendiese Restalkoholiker während der Hinfahrt noch ein wenig Schlaf nachholen konnten. Da zwei Akteure ihr warmes Bett am Morgen leider etwas zu spät verliessen, konnte das Büssli die Reise ins Tessin leider nicht ganz fahrplanmässig in Angriff nehmen, das Ziel wurde aber trotzdem noch rechtzeitig erreicht. Wir wollen an dieser Stelle aber natürlich nicht preisgeben, welche beiden Siebenschläfer die Schlummertaste einmal zu oft betätigten (ihre Namen erscheinen im Telegramm aber ironischerweise sehr häufig, soviel sei verraten).

Vipers spielen sich in einen Rausch

Wie erwartet konnten aber auch die Oberägeri Chillers der vorabendlichen Fasnacht nicht wiederstehen, was ihren Gesichtern nach ihrer Zugfahrt ins Tessin dann auch noch gut anzusehen war. Bei Spielbeginn präsentierten sich die Vipers dann überraschenderweise aber sofort hellwach. Nach lediglich 10 Minuten führten die Talkessler bereits mit 4:0, bis zur ersten Drittelspause konnten sie noch einen weiteren Treffer nachlegen. Oftmals brachten sich die Talkessler nach scheinbar komfortablen Führungen durch dumme Gegentreffer wieder selbst in die Bredouille, doch an diesem Sonntagmorgen war alles anders. Die Ballvirtuosen aus der Innerschwyz powerten weiter und führten nach zwei Dritteln bereits mit 9:0. Die Frage nach dem Sieger war damit nach zwei Dritteln bereits beantwortet. Im letzten Drittel wollte man somit einerseits das Stängeli klarmachen und Torhüter Pädi Gschwind einen Shutout ermöglichen. Das Stängeli wurde im letzten Drittel relativ schnell Tatsache, der Traum vom Shutout hingegen zerbrach ebenfalls nur wenige Augenblicke später. Dies ist bei einem Schlussresultat von 15:1 aber definitiv klagen auf hohem Niveau.
Bei 15 Toren verzichten wir in diesem Bericht für einmal auf die obligate chronologische Aufzählung von allen Torschützen. Den Torschützen zum historischen Stängeli wollen wir aber selbstverständlich nicht unerwähnt lassen, weil im Herren 2 nur ganz selben Stängelis erzielt werden: Der hochdekorierte Abwehrhaudegen Sascha Schuler war höchstpersönlich für den 10. Treffer der Partie verantwortlich. Wir gratulieren «Laser Sash» zu diesem Husarenstück recht herzlich und bedanken uns bereits jetzt für die Runde Bier im nächsten Training.

Bei aller Euphorie muss fairerweise natürlich auch erwähnt werden, dass den Talkesslern an diesem Tag scheinbar alles gelang, während die Oberägeri Chillers sicher nicht ihren besten Tag einzogen. Denn normalerweise sind die Spiele gegen die Chillers immer sehr umkämpft. Durch diesen Sieg machen die Talkessler aber einen sehr wichtigen Schritt im Kampf um den 2. Schlussrang in der Tabelle: 2 Runden vor Schluss weisen sie nun 4 respektive 5 Punkte Vorsprung auf die nachfolgenden Chillers und Power Wave Buochs auf.  

Telegramm

Vipers InnerSchwyz – Oberägeri Chillers 15:1 (5:0/4:0/6:1)
3. Liga Grossfeld, Gruppe 5 / 12. Runde vom 03.02.2019
Halle Liceo, Bellinzona – 0 Zuschauer
SR: I. Taddei, M. Wyss
Tore: 4. Jurcik (Carletti) 1:0, 6. Kistler (Vokinger) 2:0, 7. Lindauer (Jurcik) 3:0, 10. Jurcik (Schuler S.) 4:0, 15. Gwerder M. (Kistler) 5:0, 31. Kistler (Gwerder M.) 6:0, 34. Kistler (Ziegler) 7:0, 38:06 Jurcik (Carletti) 8:0, 38:33 Ziegler (Kistler) 9:0, 43. Schuler S. (Ziegler) 10:0, 44. Steiner (Schlegel) 11:0, 45. Chillers 11:1, 55. Rickenbacher (Jurcik) 12:1, 57:22 Rickenbacher (Jurcik) 13:1, 57:33 Kistler (Bünter) 14:1, 60. Betschart (Jurcik) 15:1
Strafen: Vipers keine / Chillers 3 x 2 min
Aufstellung Vipers: Gschwind; Betschart, Bünter, Carletti, Gwerder M., Jurcik, Kistler, Lindauer, Rickenbacher, Schuler S., Schlegel, Steiner, Vokinger, Ziegler
Bemerkungen: Vipers ohne Risi, Fassbind, Föhn, Gwerder C., Schilter, Schuler E., Zurfluh C, Zurfluh L.