Um 18:59, Sonntagabend war es so weit: Das Fanionteam der VIPERS InnerSchwyz lassen nichts anbrennen und gewinnen die Aufstiegsspiele und die Serie gegen Einhorn Hünenberg auf dem schnellstmöglichsten Weg. Bevor am Sonntagabend vor heimischem Publikum der Wiederaufstieg in einer Party endete, setzten sich die Talkessler am Freitagabend in Hünenberg in einem hitzigen Spiel durch.
Text: Stephan Uhr
Bilder: Andy Scherrer

Nach dem klaren Sieg vom Osterwochenende zu Hause in Oberarth wollte die 1. Mannschaft der Innerschwyzer den Sack zumachen. Mit einem starken Kollektiv holte man in Hünenberg das Break und konnte in der prallgefüllten und lauten Halle in Rothenthurm den dritten Sieg klarmachen.
Die Partie war geprägt von einer nervösen Startphase und einem offenen Schlagabtausch. Hünenberg startete intensiv und mit einem frühen Pressring. Die ersten gefährlichen Abschlüsse gehörten zwar den Talkesslern, aber zwischen der 8. und der 11. Minute traten die gerufenen Geister, in Form der Scorer der Zuger, in Erscheinung und stellten den Totomat auf 3:0. Den VIPERS drohte das Spiel aus den Händen zu gleiten. Es war Silvan Heinzer, welcher sich Platz in der Ecke schaffte und aus dem Slot das erste Tor für die Gäste schoss. Just ab diesem Moment fanden die Schwyzer wieder zurück in das Spiel.
Coach Pascal Koller fand während der Pause die richtigen Worte: Die Talkessler kamen überzeugender aus der Garderobe. Das Spiel wurde hart geführt, jeder Block oder Hit gefeiert. Beim Anschlusstreffer zum 2:3 machte die jubelnde Hünenberger Bank die Rechnung ohne den Wirt: In diesem Fall Michal Smida, welcher in der Ecke weggearbeitet wurde, aber den Ball trotzdem in die Mitte rüberschieben konnte, wo Niklas Bürgi einschussbereit wartete. In der 26. Minute kombinierten sich Silvan Heinzer und Sandro Föhn durch die Reihen der Einhörner. Letzterer konnte zum vielumjubelten Ausgleich einnetzen. Obwohl über längere Zeit keine weiteren Tore auf dem Totomat gutgeschrieben wurde, war es ein hochstehendes Duell mit vielen sehenswerten Aktionen. Hünenberg kam zum Schluss des Drittels nochmals in Fahrt und ein ansatzloser Schuss von Eberle fand den Weg in das Tor der Innerschwyzer. Beim Bruderduell, kurz vor der Pause behielt der Torhüter Sven Furger die Oberhand und stoppte seinen Bruder Adrian im Dienste der Hünenberger beim Penalty.
Mit dem Eintore- Rückstand aus Sicht der VIPERS InnerSchwyz ging es in das letzte Drittel. Mittlerweile konnte das Duell auf beiden Seiten kippen, der neutrale Zuschauer kam in Genuss von präzis geführtem Tempo- Unihockey. In der 46. Spielminute bekamen die Talkessler die Möglichkeit, in Überzahl zurück in die Partie zu kommen. Angepeitscht von den zahlreich mitgereisten Fans dauerte es einen Moment, doch bevor die Strafe ablief, versenkte Silvan Heinzer das Spielgerät zum erneuten Ausgleich in die Maschen. Zehn Zeigerumdrehungen vor Schluss lenkte Captain Devin Löünd den Ball erfolgreich zum 5:4 und erstmaligen Führung der Gäste in das Tor. In der Folge mussten sich auch die VIPERS erstmals in Unterzahl beweisen: Die Box wehrte sich aber erfolgreich gegen die anstürmenden Zuger und somit ging es mit der Eintore-Führung in die Schlussphase. Die Hünenberger, der Verzweiflung nahe, waren nun gezwungen offensiver aufzutreten. Man schoss aus allen Lagen auf das Tor von Furger, dieser blieb jedoch Herr der Lage. Für ein wenig Beruhigung seiner Farben sorgte nochmals Löünd, welcher aus dem Slot zum 6:4 erfolgreich war. Die Hünenberger setzten nun alles auf eine Karte und ersetzten den Torhüter gegen einen sechsten Feldspieler. Die Schwyzer gewannen in der eigenen Zone den Ball und reagierten blitzschnell, so dass Cédric Heinzer zur Entscheidung in das leere Tor einschieben konnte. Pascal Holdener, ebenfalls in das verwaiste Tor, durfte sich zum Schützen des Endresultats von 8:4 für die VIPERS InnerSchwyz ausrufen lassen.
In der prall gefüllten Halle in Rothenthurm startete die Heimmannschaft bilderbuchmässig, nach gerade mal gut einer Minute konnte Holdener zur Führung einnetzen. Die Kontrahenten lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, ein emotional angespanntes Spiel. In der 15. Spielminute nutzte Smida einen Freistoss, nahe dem Tor und in Überzahl zur 2:0- Führung. Nach vor der Pause nutzten die Hünenberger aber einen Ballverlust in der neutralen Zone und kamen wieder auf 1:2 heran.
Zum Start in das Mitteldrittel hatten beide Teams hochkarätige Möglichkeiten, welche aber nicht ausgenutzt wurden. Während der ersten Strafe für die Heimmannschaft, hielten die Talkessler den Gegner über lange Zeit aus der gefährlichen Zone, nichtsdestotrotz musste man den Ausgleich hinnehmen. Die darauffolgende Überzahl wussten Kollers Mannen nicht zu nutzen. Die VIPERS drückten auf den Führungstreffer, scheiterten aber am eigenen Unvermögen oder am stark aufspielenden Torhüter. Die Hünenberger, mit dem Messer am Hals versteckten sich nicht und probierten es mit Kontern. Mit steigender Spielzeit agierten die Innerschwyzer nervös, das Geschehen drehte und die Gäste übernahmen vermehrt das Spieldiktat. Der Unterbruch in Form der Pause kam der Heimmannschaft gelegen.
Während die U14- Mannschaft für ihren Aufstieg gleichentags in die Stärkeklasse A geehrt wurden, sammelte sich die 1. Mannschaft für das letzte Drittel. Sie übernahmen das Geschehen wieder, liessen den Ball und Gegner laufen und drückten auf den nächsten Treffer. Die Teams waren sich bewusst, dass jeder Fehler die Serie entscheiden konnte. Die nächste Überzahlmöglichkeit, zehn Minuten vor Schluss kam gelegen: Smida zimmerte das Spielgerät aus der Ferne in die Maschen. Mit seinem Treffer 20 Sekunden später doppelte Cédric Heinzer zum 4:2 nach. Die Halle mit dem Publikum fing Feuer, die Entscheidung? Keineswegs: Die Schwyzer Box bewies sich in Unterzahl gegen die heranstürmenden Zuger, trotz hektischer Situation überstand man das Boxplay schadlos. Rund fünf Minuten vor Schluss zogen die Einhörner ihr Time-Out und blasten mit dem sechsten Feldspieler zur Aufholjagd. Die Verteidigung der Talkessler hielt dicht, bis sich die Gäste den Wind mit einer Strafe eigens aus den Segeln nahmen. Föhn knallte das Ding trocken, aus der Mitte ins Tor, 5:2, die Partie konnte beginnen, der Wiederaufstieg realisiert. Captain Lüönd wandte sich mit dankenden Worten an die gesamte VIPERS - Familie, mit dem Schluss: Eine Saison Abwesenheit in der ersten Liga ist genug!
Einhorn Hünenberg - VIPERS InnerSchwyz 4:8 (3:1, 1:2, 0:5)
Turnhalle Ehret Hünenberg, Schiedsrichter: R. Vetsch, S. Grimm, Zuschauer: 240
Tore: 07:52 T. Ottiger (R. Reichmuth) 1:0, 08:29 R. Widmer (L. Eberle) 2:0, 10:44 L. Eberle (R. Wismer) 3:0, 11:41 S. Heinzer 3:1, 20:45 N. Bürgi (M. Smida) 3:2, 25:51 S. Föhn (S. Heinzer) 3:3, 37:11 L. Eberle (R. Wismer) 4:3, 46:31 S. Heinzer (M. Smida) 4:4, 49:43 D. Lüönd (S. Heinzer) 4:5, 57:30 D. Lüönd (S. Heinzer) 4:6, 57:33 C. Heinzer (N. Kälin) 4:7, 58:51 P. Holdener (S. Furger) 4:8
Strafen:1x 2 Minuten gegen Einhorn Hünenberg, 1x 2 Min. gegen VIPERS InnerSchwyz
VIPERS InnerSchwyz: S. Furger, T. Zbinden; S. Föhn, M. Smida, D. Lüönd, S. Heinzer, N. Bürgi; K. Lottenbach, D. Furrer, P. Holdener, C. Heinzer, N. Kälin; L. Heinzer, T. Grünenfelder, L. Graf, L. Ott, L. Lottenbach; D. Marty, M. Massaro, E. Prause, L. Arioli, J. Schuler
VIPERS InnerSchwyz - Einhorn Hünenberg 5:2 (2:1, 0:1, 3:0)
MZG Rothenthurm, Schiedsrichter: T. Posse, F. Castillo, Zuschauer: 240
Tore: 01:25 P. Holdener (C. Heinzer) 1:0, 15:15 M. Smida (D. Furrer) 2:0, 17:15 A. Furger 2:1, 26:09 D. Rüegger (A. Furger) 2:2, 49:57 M. Smida (D. Furrer 3:2, 50:17 C. Heinzer (P. Holdener) 4:2, 59:22 S. Föhn 5:2
Strafen: 2x 2 Min. gegen VIPERS InnerSchwyz, 4x 2 Minuten gegen Einhorn Hünenberg
VIPERS InnerSchwyz: S. Furger, T. Zbinden; S. Föhn, M. Smida, D. Lüönd, S. Heinzer, N. Bürgi; K. Lottenbach, D. Furrer, P. Holdener, C. Heinzer, N. Kälin; L. Heinzer, D. Marty, L. Graf, L. Ott, L. Lottenbach; M. Massaro, T. Grünenfelder, E. Prause, L. Arioli, J. Schuler
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