Die VIPERS gewinnen eine hochspannende Partie gegen die Red Lions Frauenfeld im Penaltyschiessen, nachdem man sich erst drei Sekunden vor Schluss in die Verlängerung rettete. Mit der gewonnen Partie sichert man sich zwei zusätzliche Punkte, welche sich die Talkessler gerne gutschreiben lassen in der Tabelle.
Text: Stephan Uhr
Bild: Andy Scherrer
Die Innerschwyzer durften die Favoritenrolle an diesem Abend den Gästen aus dem Thurgau überlassen. Coach Pascal Koller stand weiterhin ein schmales Kader zur Verfügung. Neben dem Routinier Pascal Bitterli erhielten auch die beiden erstmals aufgebotenen Nachwuchsspieler Nico Lüönd und Linus Weiss Auslauf auf dem Spielfeld. Das Spielgeschehen im ersten Drittel entsprach der Voraussage von Koller: Die VIPERS sahen sich vermehrt in der Defensive, die Gäste mehrheitlichen mit Ballbesitz. Es war Debütant Nico Lüönd, welcher den ersten Ball auf den gegnerischen Torhüter brachte. Die Schwyzer Mannen konzentrierten sich auf schnelle Gegenstösse und Kevin Lottenbach schloss einer dieser Konter in der 9. Minute erfolgreich zur Führung ab. Zur Abschnittshälfte wehrten sich die Gastgeber in Unterzahl, ehe der Ball dem Frauenfelder Stürmer glücklich vor die Füsse fiel. Dieser liess Sven Furger keine Abwehrchance und netzte zum 1:1 ein. Die restlichen Minuten dominierten die Lions ohne Torerfolg.
Trotz den Herausforderungen starteten die Talkessler aktiver in den Mittelabschnitt. Mit einem ärgerlichen Ablenker bejubelten die Gäste den erstmaligen Führungstreffer zum 1:2. Innert Minutenfrist stellte aber der Zweite der Lottenbach- Brüder, Luca, die Spielanzeige wieder auf Unentschieden. Er wurde erfolgreich von hinter dem Tor angespielt. In den anschliessenden Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch ohne Torjubel. Es brauchte ein Ballgewinn seitens der VIPERS in der neutralen Zone, ein Querpass und das Geschoss von Pascal Holdener für die erneute Führung. Die Gäste liessen sich aber nicht ärgern, spielten den Ball mit stoischer Ruhe in den eigenen Reihen und liessen die Schwyzer viel laufen. Kurz vor der Sirene führte dies aus Sicht der Thurgauer zum Erfolg: Nach einem schnellen Durchbruch realisierten Sie den erneuten Ausgleich.
Kurz nach dem Start in das letzte Drittel bewies der zwischenzeitlich umfunktionierte Verteidiger, Devin Lüönd, dass er die Übersicht auch vor dem gegnerischen Tor noch immer hat und stocherte in Überzahl den Ball über die Linie. Die Freude war nur von kurzer Dauer: beim darauffolgenden Angriff glich Frauenfeld wieder zum 4:4 aus. In der Folge konnten die Gäste die VIPERS einschnüren, ehe Holdener in der 46. Minute entwischte und zur erneuten Führung traf. Die Kraft der Innerschwyzer, welche in der Zwischenzeit längst auf zwei Blöcke umstellten, schien zu schwinden. Erschwerend kam die nächste Unterzahlsituation dazu: Die Thurgauer nutzten diese bis zur letzten Sekunde und schossen wiederum den Ausgleich. Rund sechs Minuten vor Schluss kam es knüppeldick für die Talkessler, nach einem Pass durch Box sahen sie sich wieder mit 5:6 in Rückstand. Reichten die gebündelten Kräfte um sich nochmals in das Spiel zurückzukämpfen? Vorweg: Der Tank reichte aus. Bis dahin brauchten die Zuschauer aber einiges an Nerven. Drei Minuten vor Schluss konnten die VIPERS erneut in Überzahl agieren. Coach Koller setzte alles auf eine Karte und ersetzte Torhüter Furger gegen einen sechsten Feldspieler. Jedoch nahmen sich die Innerschwyzer ihren Vorteil selber mit einer eigenen Strafe. Es schien als müsste Frauenfeld den Vorsprung nur noch runterspielen. Sie hatten die Rechnung jedoch ohne den Teufelskerl Holdener gemacht: drei Sekunden vor Schluss spedierte Holdener das Spielgerät in den gegnerischen Netzhimmel und sicherte sich seinem Team somit mindestens einen Punkt.
In der Verlängerung folgte mitunter die stärkste Phase der Innerschwyzer, welche plötzlich mehr Zugang zum Spielgeschehen hatten. Auch eine zwischenzeitliche Strafe gegen die Heimmannschaft brachte keinen Erfolg für die Prime-League-erfahrenen Thurgauer. Es musste das Penaltyschiessen über Sieg und Niederlage entscheiden. Während ein gut aufgelegter Furger drei Versuche der Gegner stoppte, reüssierten Holdener, Michal Smida und Cédric Heinzer für die Innerschwyzer und sicherten sich so den Zusatzpunkt für die VIPERS InnerSchwyz.
Die Mannschaft hielt sich erfolgreich an die vorgegebene Taktik des Staffs und behielt so die Oberhand und zwei wichtige Punkte im Kampf um die ersten acht Ränge. Am kommenden Samstag steht das Axen-Derby gegen Floorball Uri an. Mit den Siegen gegen March-Höfe und Frauenfeld zeigten die Innerschwyzer, dass Sie auch mit den besten Teams der ausgeglichenen Liga mithalten können. Schaffen Kollers Mannen auch den bisher unter ihrem Wert geschlagenen Urner Punkte abknöpfen? Wir werden sehen…
VIPERS InnerSchwyz - Red Lions Frauenfeld 7:6 n.P. (1:1, 2:2, 3:3)
MZG Rothenthurm, Schiedsrichter: M. Hauri, P. Eigener, Zuschauer: 110
Tore: 07:24 K. Lottenbach (C. Heinzer) 1:0, 09:23 J. Königshofer (L. Graf) 1:1, 24:27 S. Beck 1:2, 25:33 L. Lottenbach (S. Heinzer) 2:2, 33:45 P. Holdener (C. Heinzer) 3:2, 38:05 L. Graf (S. Beck) 3:3, 42:49 D. Lüönd (S. Heinzer) 4:3, 43:08 M. Brauchli (N. Marolf) 4:4, 45:43 P. Holdener (C. Heinzer) 5:4, 51:55 M. Brauchli (L. Graf) 5:5, 54:18 J. Königshofer (L. Graf) 5:6, 59:57 P. Holdener (M. Smida) 6:6
Strafen:4x 2 Min. gegen VIPERS InnerSchwyz, 3x 2 Minuten gegen Red Lions Frauenfeld
VIPERS InnerSchwyz: S. Furger, J. Sidler; D. Lüönd, M. Smida, N. Küttel, S. Heinzer, L. Lottenbach; K. Lottenbach, D. Furrer, P. Holdener, C. Heinzer, N. Bürgi; P. Bitterli, R. Schuler, E. Prause, N. Lüönd, L. Arioli; L. Weiss
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