In der U21C-Meisterschaft des Schweizer Unihockeys trafen die VIPERS InnerSchwyz auf Zürisee Unihockey. Die Ausgangslage vor dem Spiel war für beide Teams völlig unterschiedlich. Während es für die VIPERS tabellarisch um nicht mehr viel ging, stand Zürisee Unihockey massiv unter Druck. Zwei Runden vor Schluss lagen die Zürcher mit lediglich sieben Punkten auf dem letzten Tabellenplatz und benötigten dringend Punkte, um ihre Chancen auf den Ligaerhalt zu wahren.
Text: Niklas Bürgi
Von Beginn an war deutlich zu spüren, für welches Team es um alles ging. Zürichsee startete aggressiv und nutzte gleich mehrere Eigenfehler der VIPERS eiskalt aus. Bereits nach drei Minuten führten die Gäste mit 0:3.
Die VIPERS fanden danach besser ins Spiel und konnten den Anschlusstreffer erzielen. In der Folge erspielten sich die InnerSchwyzer sogar ein Chancenplus, doch die Abschlüsse waren zu ungenau oder wurden vom Zürcher Torhüter entschärft.
Ein rabenschwarzes Kapitel folgte dann im Powerplay der VIPERS: Statt den Rückstand zu verkürzen, kassierte man gleich zwei Shorthander. So stand es nach dem ersten Drittel plötzlich 1:5.
Im zweiten Drittel übernahmen die VIPERS klar die Spielkontrolle. Chance um Chance wurde herausgespielt, doch im Abschluss fehlte weiterhin die Effizienz.
Zu allem Überfluss kassierte man dann auch noch ein Powerplay-Tor zum 1:6. Trotz klarer spielerischer Überlegenheit schien das Spiel zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden.
Erst in der 39. Minute gelang den VIPERS endlich der Treffer zum 2:6. Doch die Hoffnung währte nur kurz: Direkt danach kassierte man ein weiteres unnötiges Gegentor zum 2:7, was gleichzeitig auch der Pausenstand nach zwei Dritteln war.
In der Pause zum Schlussdrittel übernahmen einige Spieler selbst das Wort. Sie erinnerten die Mannschaft an das legendäre Spiel gegen Bülach, in dem die VIPERS einst einen 0:6-Rückstand innerhalb von 15 Minuten aufgeholt hatten. Auch der Coachingstaff versuchte nochmals, das Team zu motivieren.
Mit dieser Einstellung kehrten die VIPERS aufs Feld zurück.
Im letzten Drittel dominierten die VIPERS das Spiel nun endgültig. Die Mannschaft erspielte sich eine Torchance nach der anderen und arbeitete sich Tor um Tor zurück ins Spiel.
Währenddessen waren die Zürcher immer mehr mit Diskussionen beschäftigt – mit den Schiedsrichtern, miteinander und mit allem ausser dem Spiel. Schon zuvor wurde viel reklamiert, doch im Schlussdrittel wurde es beinahe unerträglich.
Die VIPERS nutzten diese Situation clever aus: Statt sich auf Diskussionen einzulassen, konzentrierten sie sich voll auf ihr Spiel. Der Rückstand schmolz Stück für Stück, bis tatsächlich der Ausgleich zum 7:7 fiel.
Als vieles bereits nach Verlängerung aussah, kam der grosse Moment: Gut eine Minute vor Schluss zog Aaron Schönbächler – der GOAT? – aus der Distanz ab und traf mit einem herrlichen Weitschuss zur erstmaligen Führung der VIPERS (8:7).
Die verbleibende Zeit verteidigten die InnerSchwyzer leidenschaftlich und brachten den unglaublichen Sieg über die Zeit.
Was lange nach einer klaren Niederlage aussah, verwandelte sich in eine der spektakulärsten Aufholjagden der Saison. Nach einem 2:7-Rückstand zeigten die VIPERS enorme Moral und drehten die Partie noch zum 8:7-Sieg.
Ein Spiel, das allen Beteiligten wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
VIPERS InnerSchwyz: Schuler Ian, Gwerder Julian, Bürgi Niklas (1/0), Graf Leon (1/0), Gwerder Simon (2/0), Küttel Nylas (1/2), Limacher Lucas, Lüönd Nico (0/1), Ott Lukas, Ritter Andrin, Schönbächler Aaron (2/2), Schuler Mael, Schuler Roman (0/1), Steiger Marco, Staub Tom, Tschannen Levin (1/0), Waser Lars
© 2024 VIPERS InnerSchwyz|Authentiq